Die meisten PV-Betriebe in Tirol haben kein Qualitätsproblem. Sie haben ein Sichtbarkeitsproblem. Die Anlagen sind sauber montiert, die Kunden zufrieden, aber außerhalb des eigenen Dorfs weiß kaum jemand, dass genau dieser Betrieb der richtige Ansprechpartner für Photovoltaik, Speicher und Wallbox ist. Genau so war die Ausgangslage bei EEK Elektrotechnik Klocker aus dem Zillertal.
In diesem Beitrag zeige ich, wie wir das gemeinsam angegangen sind, was davon du auf deinen Betrieb übertragen kannst und wo die Grenzen sind. Alle Zahlen zu EEK sind die, die auch auf meiner Seite unter Arbeiten stehen. Weitere Zahlen veröffentliche ich nur mit Freigabe des Kunden.
Wo stand EEK vor der Zusammenarbeit?
EEK ist ein Elektriker aus dem Zillertal mit Schwerpunkt PV, Speicher und Wallboxen. Fachlich war alles da. Das Problem war ein anderes: Kaum jemand kannte den Betrieb als PV-Experten. Wer in der Region an eine Solaranlage dachte, hatte nicht automatisch Andreas Klocker im Kopf.
Das ist der Normalfall. Viele Elektrobetriebe machen PV „nebenbei mit“, und genau so werden sie von außen auch wahrgenommen. Wer mehr PV-Aufträge will, muss zuerst dafür bekannt sein.
Was haben wir konkret gemacht?
Wir haben zwei Dinge getrennt, die oft in einen Topf geworfen werden: Ruf aufbauen und Anfragen einsammeln. Dafür gibt es zwei verschiedene Werkzeuge.
Organische Videos für den Ruf
Reels, gedreht vor Ort im Betrieb und beim Kunden, mit Andreas selbst vor der Kamera. Keine Stockbilder, keine austauschbaren Werbesprüche, sondern echte Arbeit, die man wiedererkennt. Ein Beispiel ist das Reel mit dem Wallbox-Test vor Ort. Dieses eine Reel hat auf Instagram 116.000 Reichweite und auf Facebook 65.000 Views erreicht, organisch, ohne dafür Werbebudget einzusetzen.
Ads und Funnel für die Anfragen
Reichweite allein bringt noch keine Anfrage. Dafür liefen Meta-Kampagnen, die gezielt auf die Region ausgerichtet waren, und dahinter ein Quizfunnel statt eines klassischen Kontaktformulars: der Speicher-Check von EEK mit eingebautem Ersparnis-Rechner. Wer das Quiz ausfüllt, beantwortet ein paar kurze Fragen, und die Anfrage kommt vorsortiert beim Betrieb an. Andreas weiß vor dem Rückruf, worum es geht.
Das Ergebnis: über 80 Anfragen in 2 Monaten für PV-Anlagen, Speicher und Wallboxen.
Warum reichen gute Videos allein nicht?
Weil Videos und Ads unterschiedliche Aufgaben haben. Ein gutes Reel sorgt dafür, dass man dich kennt und dir vertraut. Eine Kampagne mit Funnel sorgt dafür, dass aus diesem Vertrauen eine konkrete Anfrage wird, und zwar dann, wenn jemand gerade über eine Anlage nachdenkt.
Wie gut der Ruf-Teil bei EEK funktioniert hat, zeigt eine Geschichte, die mir mehr bedeutet als jede Kennzahl: Eine Hotelbesitzerin hat ihrem Elektroplaner gesagt, er soll sich bei Andreas erkundigen. Weil der in der Region als der Experte für PV und Speicher gilt. So eine Empfehlung kann man nicht kaufen. Man kann aber dafür sorgen, dass die Leute überhaupt wissen, wen sie empfehlen sollen.
Was passiert, wenn plötzlich zu viele Anfragen kommen?
Das klingt nach einem Luxusproblem, ist aber ein echtes. Bei EEK kamen mittlerweile so viele Anfragen, dass wir sie an Partnerbetriebe weitergeben. Und es zeigte sich der nächste Engpass: Angebote schreiben war so aufwendig, dass sie liegen geblieben sind. Eine Anfrage, auf die drei Wochen kein Angebot kommt, ist eine verlorene Anfrage.
Deshalb haben wir ein eigenes Angebotsprogramm gebaut. Alle Anfragen, Termine und Mails liegen an einem Ort, und jeden Morgen kommt eine Übersicht per WhatsApp, wer heute Aufmerksamkeit braucht. Voll automatisiert. Mehr dazu findest du unter Abläufe und Automatisierung.
Die Lehre daraus: Mehr Anfragen sind erst der Anfang. Bevor du Werbung hochfährst, frag dich ehrlich, ob du zusätzliche Rückrufe und Angebote überhaupt schaffst.
Welche Themen ziehen bei PV-Kunden in Tirol gerade?
Gute Kampagnen reagieren auf das, was Kunden gerade beschäftigt. Zwei Entwicklungen solltest du kennen, wenn du 2026 in Tirol PV verkaufst:
- Die Umsatzsteuer ist zurück. Seit 2024 galt für viele kleinere PV-Anlagen bis 35 kWp ein Nullsteuersatz. Der wurde laut Wirtschaftskammer im März 2025 vorzeitig beendet, seit 1. April 2025 gelten wieder 20 Prozent. Mit „steuerfrei“ zu werben ist also vorbei. Wer das noch in alten Anzeigen stehen hat, sollte sie dringend tauschen.
- Speicher nachrüsten wird gefördert. Das Land Tirol fördert 2026 die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen mit Stromspeichern mit 100 Euro pro Kilowattstunde, begrenzt auf 10 kWh beziehungsweise 1.000 Euro. Antragsberechtigt sind Privatpersonen und auch Betriebe mit Wohnsitz oder Standort in Tirol. Für neue PV-Anlagen mit Speicher ist stattdessen die Bundesförderung nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz vorgesehen.
Gerade der zweite Punkt ist ein starker Anlass für eine Kampagne: Jeder Haushalt, der schon eine PV-Anlage ohne Speicher am Dach hat, ist ein möglicher Kunde. Ein Quiz wie der Speicher-Check holt genau diese Leute ab. Förderbedingungen ändern sich allerdings, prüf die aktuellen Details also immer direkt beim Land, bevor du sie in eine Anzeige schreibst.
Was kannst du davon für deinen Betrieb übernehmen?
Unabhängig davon, ob du mit mir arbeitest oder nicht, sind das die Punkte, die ich jedem PV-Betrieb mitgeben würde:
- Zeig dein Gesicht. Leute kaufen eine Anlage, die viele Jahre am Dach bleibt, von einem Menschen, nicht von einem Logo. Der Chef oder ein Monteur vor der Kamera wirkt mehr als jede Hochglanzgrafik.
- Dreh echte Baustellen. Dach, Wechselrichter, Speicher im Keller, Wallbox in der Garage. Je wiedererkennbarer die Region, desto besser.
- Trenn Ruf und Anfrage. Organische Videos für Vertrauen, Ads mit klarem nächsten Schritt für Anfragen.
- Ersetz das Kontaktformular. Ein kurzes Quiz sortiert vor und senkt die Hürde, überhaupt anzufragen.
- Plane den Engpass danach. Wer ruft zurück, wer schreibt Angebote, wie schnell? Ohne Antwort darauf verpuffen die besten Anfragen.
| Baustein | Aufgabe | Bei EEK |
|---|---|---|
| Organische Reels | Bekanntheit und Vertrauen | ein Reel: 116k Reichweite Instagram, 65k Views Facebook |
| Meta Ads mit Regionsfokus | Anfragen aus dem Einzugsgebiet | zusammen mit dem Funnel: 80+ Anfragen in 2 Monaten |
| Quizfunnel | Anfragen vorsortieren | Speicher-Check mit Ersparnis-Rechner |
| Angebotsprogramm | Anfragen schnell abarbeiten | alles an einem Ort, tägliches Briefing per WhatsApp |
Wie läuft so eine Zusammenarbeit ab?
Für PV- und Speicherbetriebe arbeite ich mit einem fixen Monatsbetrag plus Beteiligung an den Aufträgen, die über meine Anfragen reinkommen. So ziehen wir am selben Strang. Pro Region arbeite ich nur mit einem Betrieb. Am Anfang steht ein kurzes Gespräch, dann ein Drehtag bei dir, danach gehen Funnel und Kampagne online. Alle Details stehen auf der Seite Photovoltaik-Marketing Tirol, einen Überblick über alle Bausteine findest du unter Leistungen.
Häufige Fragen
Wie schnell kommen die ersten PV-Anfragen?
Das hängt von Region, Angebot und Saison ab, eine Garantie gibt es nicht. Bei EEK kamen in den ersten 2 Monaten über 80 Anfragen für PV, Speicher und Wallboxen zusammen. Entscheidend ist, dass Videos, Kampagne und Funnel zusammenspielen.
Brauche ich dafür einen eigenen Instagram-Kanal?
Für den Ruf-Teil ja, denn die organischen Reels laufen über die Kanäle deines Betriebs. Für Meta Ads brauchst du zumindest eine Facebook-Seite und ein Werbekonto. Beides richte ich bei Bedarf mit dir ein.
Warum ein Quiz statt Kontaktformular?
Ein Quiz stellt ein paar kurze Fragen und ist leichter auszufüllen als ein leeres Formular. Die Anfrage kommt vorsortiert an, du weißt also vor dem Rückruf, ob es um PV, Speicher oder Wallbox geht.
Gibt es 2026 eine Förderung für Stromspeicher in Tirol?
Ja. Laut Land Tirol wird die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen mit Speicher 2026 mit 100 Euro pro kWh gefördert, maximal 10 kWh bzw. 1.000 Euro. Die genauen Bedingungen stehen auf tirol.gv.at und sollten vor jeder Werbeaussage geprüft werden.
Arbeitest du mit mehreren PV-Betrieben in derselben Region?
Nein. Pro Region arbeite ich nur mit einem PV-Betrieb, damit ich nicht für zwei Mitbewerber gleichzeitig Kunden suche. Ob deine Region noch frei ist, kannst du direkt über Kontakt klären.
Hinweis: Genannte Plattformen wie Instagram, Facebook oder WhatsApp sind keine Werbung und keine Kooperation.